Eisenmangel ist der weltweit häufigste Nährstoffmangel bei Kindern. Er betrifft nicht nur die Blutwerte, sondern auch Gehirnentwicklung, Lernfähigkeit und Immunsystem.
Warum ist Eisen so wichtig?
- Hämoglobinproduktion (Sauerstofftransport)
- Gehirnentwicklung (Neurotransmitter, Myelinisierung)
- Immunfunktion
- Energiestoffwechsel
Wichtig: Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung können irreversibel sein, besonders bei Mangel zwischen 6-24 Monaten.
Risikogruppen
- Säuglinge 6-24 Monate
- Frühgeborene
- Frühe Kuhmilcheinführung
- Einseitige Ernährung
- Mädchen in der Pubertät
Symptome
- Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche
- Blässe (Lippen, Handflächen, Nagelfalz)
- Pica (Verlangen nach Erde, Eis, Papier)
- Aufmerksamkeitsdefizit, sinkende Schulleistung
Eisenreiche Lebensmittel
- Tierisch (hohe Aufnahme): Rotes Fleisch, Leber, dunkles Geflügel, Fisch
- Pflanzlich: Linsen, Kichererbsen, dunkelgrünes Gemüse, Trockenfrüchte
Vitamin C steigert die Eisenaufnahme um das 2-3-fache. Tee und Milch zu Mahlzeiten hemmen sie.
Behandlung
- Orale Eisenpräparate: 3-6 mg/kg/Tag
- Nach Normalisierung noch 2-3 Monate weiter (Speicher auffüllen)
- Nüchtern oder mit Vitamin C einnehmen
Vorbeugung
- Reife Babys: Eisentropfen ab 4. Monat (1 mg/kg/Tag)
- Frühgeborene: 2 mg/kg/Tag ab 2. Woche
- Eisenreiche Beikost ab 6 Monaten
- Keine Kuhmilch als Getränk vor 12 Monaten
Wann zum Arzt?
- Blässe, Müdigkeit, Appetitlosigkeit
- Pica
- Kein Ansprechen auf orale Eisentherapie nach 4-6 Wochen
Eisenmangel ist vermeidbar und behandelbar. Unsere Praxis bietet routinemäßiges Anämie-Screening.